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Nur 60 % des gesetzlich möglichen Rahmens bei der Hundeabgabe hat die Stadt Wien bisher in Anspruch genommen, wie ein Kontrollamtsbericht belegt.
Trotz der massiven Ausweitung des Angebots für die Hundebesitzer – wie die über 140 Hundezonen auf über 850 000 m2 und ein umfassendes Gratis-Angebot an „Sackerl fürs Gackerl“ in über 2800 Sackerl-Spendern - hat die Stadt Wien die Hundeabgabe seit 1989 nicht angepasst. Die Einnahmen aus der Hundeabgabe sind bei weitem nicht kostendeckend. So belaufen sich die durch Hundehaltung in Wien verursachten Kosten aktuell auf rund 7,5 Mio jährlich, die Einnahmen aus der Hundeabgabe lagen 2011 bei 2,3 Millionen Euro.
Ermäßigungen
Damit die Hundehaltung auch für sozial schwächere WienerInnen leistbar bleibt gibt es folgende Ermäßigungen:
2012: Anpassung an gesetzlichen Rahmen – dennoch nicht kostendeckend
Nun folgt die Stadt Wien den Empfehlungen des Kontrollamts, den gesetzlichen Rahmen des Hundeabgabengesetzes auszuschöpfen. Somit beträgt die Hundeabgabe ab 1. Jänner 2012 72 Euro statt bisher 43,60 Euro jährlich, was nun 99 % des gesetzlich möglichen Rahmens ausmacht, ein Plus von 39,1%. Für jeden weiteren Hund sind statt 65,40 Euro künftig 105 Euro zu entrichten, dies entspricht 96,3 % des gesetzlichen Rahmens und entspricht einem Plus von 36,3 %.
Auch nach dieser Anpassung an die gesetzlichen Rahmenbedingungen stehen jährlich rund 7,5 Mio an Ausgaben für Hunde bei rund 52 000 gemeldeten Hunden künftig maximal nur 3,9 Mio Euro an Einnahmen durch die Hundeabgabe gegenüber.
Breites Angebot für die Hundebesitzer in Wien hat seinen Preis
Für die Stadt Wien ist das Miteinander von Mensch und Hund ein zentrales Anliegen, daher wird zum einen das Angebot an die Hundebesitzer attraktiviert und ausgebaut, aber auch auf die Einhaltung der Spielregeln geachtet.
Es gibt in der Millionenstadt rund 140 Hundezonen, sie sind mit Hundetrinkbrunnen und Sitzgelegenheiten für die Frauchen und Herrchen ausgestattet und müssen laufend gepflegt werden.
Mit dem freiwilligen Hundeführschein spart man sich die Hundeabgabe im ersten Jahr und es gibt nach Absolvierung zahlreiche Leckerlis für die Vierbeiner. Finanziert wird von der Stadt ein toporganisiertes Fundwesen für entlaufende Hunde und eine Tierschutz-Helpline. Zudem organisiert die Stadt zahlreiche kostenlose Veranstaltungen für Hundebesitzer und Interessierte. Unterstützt werden Schulprojekte wie Schulhund.at, wo schon den Kindern der richtige Umgang mit den Vierbeinern vermittelt wird. Es gibt eine Vielzahl von Informationsmaterialien für Hundebesitzer in allen Lebenslagen.
Tierfriedhof und Tierkrematorium für würdigen Abschied
Letzte Woche wurde in Simmering ein Tierkrematorium eröffnet der erste Tierfriedhof auf Wiener Boden errichtet, um Tierbesitzern ein würdiges Abschiednehmen ihrer Lieblinge zu ermöglichen. Es gibt auch weiterhin die kostenlose Entsorgung toter Tiere, wenn deren Besitzer keine Kremierung oder Bestattung wünscht.
Leistungsvertrag mit Wiener Tierschutzverein
Weiters unterstützt die Stadt Wien etliche Sozialprojekte mit Tieren, etwa mit Futterspenden. Im Rahmen eines umfassenden Leistungsvertrages bezahlt die Stadt Wien pro Jahr 800 000 Euro an den Wiener Tierschutzverein, wo entlaufende und herrenlose Tiere versorgt werden.
Hoher Anteil an Reinigungskosten trotz gesteigerter Wegräumdisziplin
Ein wesentlicher Kostenpunkt sind – trotz steigender Wegräumdisziplin - die Reinigungskosten in Sachen Hundekot, so müssen Hundezonen, Parkanlagen und Straßen regelmässig gereinigt und betreut werden. Erfreulicherweise nimmt der Großteil der Hundebesitzer das breite Angebot an Gratis-Sackerl an: Jährlich finanziert die Stadt Wien dafür 20 Millionen „Sackerl fürs Gackerl“, finanziert werden müssen neben den Sackerl auch die mittlerweilen 2800 Sackerlspender, deren regelmässige Befüllung und Reparatur. Von den WasteWatchern werden die Sauberkeitsspielregeln regelmässig kontrolliert.
Hundeabgabe in Wien im europaweiten Vergleich weiterhin günstig
Ein Blick über die Grenzen stellt klar, dass die Millionenstadt Wien auch nach dieser Anpassung günstig ist; In München etwa zahlen Hundebesitzer 77 Euro für alle Hunde, für Listenhunde 614 Euro! In Hamburg sind es 90 Euro pro Hund, für die Listenhunde sind es 600 Euro. In Bremen beträgt die Hundeabgabe generell 122 Euro. In Berlin kostet der erste Hund 120 Euro, jeder weitere 180 Euro. Im österreichweiten Vergleich liegt Wien nach der Erhöhung nach Innsbruck, wo für einen Hund 82,40 Euro zu entrichten sind, in Bregenz sind es 51 Euro, in St.Pölten sind es 45 Euro, dort werden jedoch für Hunde mit erhöhtem Risikopotential (Listenhunde) 135 Euro verlangt.